
Titel: ho.dp.4.2003
Entstehungsjahr: 2003
Maße: 430 x 995 mm
Material: Holz, Digitaler Print
Meine künstlerische Arbeit der letzten zehn Jahre nimmt zunehmend die Rolle der Sprache in der bildenden Kunst und ihre visualisierte Form – die Schrift – in den Fokus. Die Werke sind eine Suche nach der “Sprache hinter den Bildern“ und gehen von der Prämisse aus, dass das menschliche Sehen ohne die Sprache nicht zu existieren vermag. Ich handele der Vorstellung gemäß, dass ein langes, zeitintensives Bearbeiten eines Bildes – die Beschäftigung mit einem Bild – das „Sprechen“ desselben zum Vorschein bringt. Es handelt sich dabei um ein uraltes Sprechen, das auf diese Weise wiederentdeckt wird. Man kann es als Überlieferung bezeichnen.
Auf dieser Grundlage widmet sich die im Seewerk Moers präsentierte Installation, – „Jakobs Traum“ – einerseits dem Verhältnis des erzählten zum gedeuteten Traum und dem damit verbundenen „Erzählen in Bildern“. Zum anderen ist sie Ausdruck der Rolle des Sprechens und Hörens im Werk Paul Celans und der kabbalistischen Mystik, ohne die Ersteres nicht zu denken ist. Beiden gemeinsam ist meinem Verständnis nach die „sprechende Sprachlosigkeit“. Die unterschiedliche Handhabung von Hand- und Druckschrift in der Installation verweist auf den Unterschied eines Werk – sei es ein bildnerisches oder sprachliches – und seiner Deutung.
Die Installation »Jakobs Traum« von Martin Schilken entstand mit freundlicher Unterstützung der Firmen Michael Korfmacher Holzverarbeitung, Düsseldorf und Holz Roeren, Krefeld.
